Malaria ist eine von der Anopheles-Mücke übertragene Krankheit, die auch in Namibia vorkommt. Dennoch gibt es Gebiete, die als malariafrei gelten und gleichzeitig touristisch interessant sind. Doch welche Regionen in Namibia sind malariafrei? Diese Frage beantwortet der heutige Blog.
Gibt es in Namibia Malaria?
Wenngleich Namibia sein erklärtes Ziel, die Malaria bis zum Jahr 2023 zu eliminieren, auf 2027 korrigieren musste, sind die Entwicklungen beeindruckend. Gab es 2001 noch 735.510 gemeldete Malariafälle, so waren es gemäß dem namibischen Gesundheitsministerium 2021 nur noch 13.738 Fälle. Von diesen verliefen 14 tödlich (Namibia hat rund 2.6 Millionen Einwohner*innen). Besonders betroffen sind die Regionen Ohangwena, Kavango West und Ost sowie der Sambesi-Streifen im hohen Norden und Nordosten des Landes. Allein auf diese Gebiete entfielen einer aktuellen Studie zufolge in den vergangenen Jahren zwischen 85% und 96% der Malariafälle. Das Risiko erhöht sich mit dem Beginn der Regenzeit ab November und erreicht seine heiße Phase zwischen Januar und April, bevor die Regensaison den trockenen Monaten weicht.

Wenngleich es unterhalb dieser besonders betroffenen Region deutlich malariafreier wird, gibt es dennoch weitere Malariazonen in Namibia. Diese schließen sich westlich und südlich der genannten Gebiete an und “schleichen” zunehmend in beide Richtungen aus. Die Nationalparks Nkasa Rupara, Mudumu und Bwabwata zählen mit höherem Risiko ebenso dazu, wie der Khaudum und Etosha Nationalpark mit einem geringeren Risiko.
Die Antwort lautet also: Ja, es gibt Malaria in Namibia. Aber es gibt viele Regionen, vor allem im südlichen Namibia, die als malariafrei gelten: Traut man der Webseite des Deutschen Tropeninstituts, sind die Küste und die Namib-Wüste, Windhoek und das Gebiet südlich von Karasburg malariafreie Regionen in Namibia. Soweit südlich sieht die Weltgesundheitsbehörde (WHO) aber keine reelle Gefahr mehr, entlang der Küste und der Namib sowieso nicht. Aber sie sieht auch kein nennenswertes Risiko für die großen Gebiete der Kalahari südöstlich von Windhoek sowie für das zentrale Hochland südlich der Hauptstadt.
Aber Vorsicht: Garantien gibt es keine! Und alles, was ich hier schreibe, ersetzt nicht die ärztliche, tropenmedizinische Beratung. Dennoch erlaubt die beschriebene aktuelle Situation in Namibia eine ganze Reihe von Höhepunkten im Land, die in der Regel nicht von der Malaria übertragenden Anopheles-Mücke angeflogen werden. Schauen wir uns also ein paar Highlights des Landes an, in welchen Regionen man in Namibia malariafrei reisen kann.
Welche Regionen in Namibia sind malariafrei? – Die Gegend entlang der Westküste
Wer das geringe Malariarisiko im Etosha Nationalpark nicht eingehen möchte, muss dennoch nicht auf die Big Four verzichten. Zwischen dem Brandberg und Opuwo bis hinunter zur Küste wächst im tiefen Westen der Nordhälfte des Landes ein riesiges, frei zugängliches Wildgebiet heran, das in dieser Form für Namibia ein Alleinstellungsmerkmal in ganz Afrika hat. Der Grund: es gibt hier Wüstenelefanten und Wüstenlöwen. In diesem Gebiet sind außerdem Schakale, Giraffen, Zebras, Nashörner, Leoparden, Springböcke, Oryxe und eine Reihe anderer Tiere anzutreffen. Einige dieser Tiere seht ihr auch in der Umgebung der UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte Twyfelfontein. Sie ist berühmt für ihre außergewöhnliche Sammlung von Felsenkunst der San-Völker. Über Jahrtausende gravierten sie hier Ausschnitte ihrer Lebenswelt in das weiche Sandgestein.
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Weiter entlang der Küste trefft ihr dann auf ein weiteres namibisches Alleinstellungsmerkmal: die riesige Robbenkolonie von Cape Cross. Über einem geschützten Boardwalk könnt ihr mitten hineinspazieren. Wenn die Gebär- und anschließende Paarungszeit anstehen, brüllen, bölken, plärren und stinken Hunderttausende von Robben herum. Es ist ein fantastisches Naturschauspiel.
Dahinter folgt Swakopmund, das noch viel alte deutsche Kolonialarchitektur vorweist. Es ist ein Städtchen mit Strand, Strandbars, Strandrestaurants und Promenade, mit spannenden Wüstentouren und einer Mondlandschaft vor der Haustür. Bootstouren hinaus auf den Atlantischen Ozean könnt ihr von Walvis Bay aus machen, das nur wenig südlicher liegt. In der Walvis-Bay-Bucht gibt es zudem eine riesige Flamingo-Kolonie und am Pelican-Point neben Pelikanen auch Robben.

Noch ein Stück weiter die Küste hinunter liegt das Sandmeer vom Sossusvlei mit seinen Dünen, die zu den höchsten der Welt zählen. Die UNESCO-Weltnaturerbe-Stätte ist eine wahre Augenweide, mit dem Deadvlei als krönendem Höhepunkt. Ein ganzes Stück südlicher liegt Lüderitzund Lüderitzbucht mit seinen Attraktionen. Der Ort liegt in einer schönen Buchtenlandschaft mit einigen lohnenswerten Ausflugszielen, wie zum Beispiel dem Diaz Point. Landeinwärts liegt unweit von Lüderitz die Kolmanskoppe. Einst um 1900 eine Minenstadt zum Diamantenabbau, heute eine Geisterstadt inmitten der unbarmherzigen Wüste mit großartigem Fotoflair. Weiter auf dieser Straße erreicht ihr bald die Wildpferde von Garub. Es sind entlaufene und nun verwilderte Pferde, dessen Vorfahren aus der Zeit um den Beginn des Ersten Weltkrieges stammen.

Wo kann man in Namibia malariafrei reisen – Vom Fish River Canyon bis Windhoek
Tief im Süden liegt der Fish River Canyon. Es ist die größte Schlucht Afrikas mit atemberaubenden Aussichten. Vor allem Geologie-Begeisterte und Liebhaber*innen von Sonnenauf- und -untergängen kommen hier auf ihre Kosten. Der Canyon lädt zudem zu einer mehrtägigen, abenteuerlichen und malariafreien Canyon-Wanderung ein – allerdings nur während der kühleren Jahreszeit. Ein weiterer faszinierender Sonnenauf- und -untergangsspot ist der Köcherbaumwald in nordöstlicher Richtung nahe Keetmanshoop. Seine ungewöhnliche Ansammlung von wasserspeichernden Aloenarten mit goldenem Stamm macht ihn einzigartig in der Kalahari. Die Fasern in den Ästen lassen sich leicht herauskratzen, was sich die Ureinwohner der Region zunutze machten, um daraus Köcher für ihre Jagdpfeile herzustellen.

Nur ein Steinwurf von hier entfernt liegt der Spielplatz der Riesen. Was dem Ort seinen Namen gibt und ihn so mystisch macht, sind seine massiven Dolorit-Gesteine. Es scheint, als hätten gigantisch starke Hände sie aufgetürmt und zu faszinierenden Formationen zusammengelegt. Von hier bietet sich auch ein Ausflug in den Kgalagadi Transfrontier Park an. Es ist eine weitere Möglichkeit, malariafrei in Namibia eine ganze Bandbreite von afrikanischen Vorzeigetieren in der Wildnis zu sehen: darunter Raubtiere wie Löwen, Geparden, Leoparden, Hyänen und Wildhunde, die auf Gnus, Spießböcke, Springböcke und Elen-Antilopen, Erdmännchen-Kolonien und Giraffen-Grazien lauern. Der Park selbst liegt in Südafrika und Botswana, kann aber von Namibia aus über die Aus- und Wiedereinreise bei Mata Mata (am östlichen Ende der C15 gelegen) problemlos besucht werden.
Ob mit oder ohne den Abstecher geht es weiter durch das Kalahari Hinterland. Es ist Afrika-Romantik pur, weil der Weg durch schönste, im roten Wüstensand gekleidete Dünenlandschaft geht. Wer nicht gleich zum Internationalen Flughafen weiterfahren muss, kann zum Abschluss noch ein bisschen Hauptstadtstimmung in Windhoek schnuppern, sich die „Altstadt“ um die Alte Feste anschauen oder eine Township-Tour in Katutura machen.

Malariafrei heißt nicht mückenfrei
Dass man und wo man in Namibia malariafrei reisen kann, ist heute sicherlich deutlich geworden. Aber Vorsicht: malariafrei heißt nicht mückenfrei. Je nach Jahreszeit könnt ihr im ganzen Land auf Mücken treffen. Wer also Schwellungen und Kratzreiz vermeiden will, sollte Haut bedeckende Kleidung, Mückenschutz-Spray, Moskito-Netze oder Ähnliches dabeihaben. Das gilt insbesondere für die aktiven Zeiten der stechenden Mücken in den Dämmerungs- und Nachtzeiten.
Wir stehen in jedem Fall gerne für Rückfragen und zusätzliche Unterstützung bei der Planung einer geführten Tour oder einer Selbstfahrerreise bereit. Melde dich gerne bei uns! Wir helfen dir gerne weiter.
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