Im hohen Nordosten Namibias liegt der Bwabwata Nationalpark. Seine große Besonderheit ist die friedliche Koexistenz von Mensch und Tier. Eine Zoneneinteilung macht es möglich. Ob sich ein Besuch hier lohnt, erfahrt ihr im heutigen Blog.
Viele Reisende, die über die B8 in Richtung Katima Molilo und der Nordwestgrenze Botsuanas fahren, wissen häufig nicht, dass sie auf dieser Strecke gleichzeitig den Bwabwata Nationalpark durchqueren. Er füllt die schmale Durchgangszone im Sambesi Streifen zwischen den Grenzen von Angola im Norden und Botsuana im Süden. Die Flüsse des Cubango und des Kwando setzen grob die natürlichen Grenzen im Westen und im Osten.

Der Bwabwata Nationalpark
Der Bwabwata Nationalpark ist unterteilt in ein speziell für die Region eingeführtes System: Drei Kernzonen für den Tier- und Naturschutz – die Mahango Core Area und Buffalo Core Area im Westen des Parks sowie die Kwando Core Area im Osten. Plus ein Mehrfachnutzungsgebiet für das Zusammenleben von Mensch und Natur. Diese Aufteilung stellt eine absolute Besonderheit in Namibia dar. Denn abgesehen von streng regulierten Konzessionen für Unterkünfte sind dorfähnliche Ansiedlungen sowie land- und viehwirtschaftliche Aktivitäten in Namibias Nationalparks nicht erlaubt. Sie bilden die höchste Natur- und Wildschutzstufe des Landes. Im Bwabwata aber verwalten die Regierung und die lokalen Gemeinden den 2007 ausgerufenen und 6.274 km² großen Nationalpark gemeinsam. So können die Menschen in ihren angestammten Gebieten weiterleben und sogar vom Tourismus innerhalb des Parks profitieren. Der nachhaltige Schutz der heimischen Flora und Fauna dient ihnen daher zur Sicherung dieser Lebensgrundlage.
Die enge Zusammenarbeit aller braucht es auch vor allem deshalb, weil der Park einen Korridor für Elefanten auf ihren Migrationswegen zwischen Angola und Botswana bildet. Leider halten die Dickhäuter nichts von Zonensystemen und zeigen sich daher im ganzen Park. Diese Korridorwege zu sichern, Wilddieberei zu kontrollieren und gleichzeitig die heimische Infrastruktur zu schützen, braucht gute Absprachen.

Es sind diese Konstellationen, zusammen mit einer reichhaltigen Tierwelt – einschließlich Büffel, Krokodile, Flusspferde, Löwen, Leoparden, Zebras, verschiedene Antilopen- und noch mehr Vogelarten –, die diesen Nationalpark so interessant machen. Aber lohnt sich ein Besuch im Bwabwata Nationalpark? Antworten dazu folgen.
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Die Vegetation im Bwabwata Nationalpark
Die regenreichere Gegend und der Einfluss der Flüsse Kwando und Cavango, der in Botswana seinen Namen zu „Okavango“ wechselt, versprechen Landschafts- und Vegetationsvielfalt. Und tatsächlich: Baum- und Strauchsavannen in Feucht- und Überschwemmungsgebieten, Sanddünen, Sümpfe, grüne Auen sowie Laubwälder mit Zambezi-Teak und Wildseringa-Bäumen bilden einen spannenden Kontrast zu den Wüstenlandschaften in weiten Teilen Namibias.

Welche Tiere sieht man im Bwabwata Nationalpark?
Ihr könnt Glück haben, die B8 entlangfahren und alle möglichen Tiere sehen, die der Nationalpark zu bieten hat. Von den Big Five findet ihr nur vier, das Nashorn ist nicht hier. Auf meiner letzten Tour über diese Nationalstraße hatte ich sogar Geparden am Wegesrand. Sie verbrachten ihre Mittagssiesta im ergrauten Gras unter einem Akazienbusch.

Generell sind die Tiere im Bwabwata eher scheu und nicht so nahe an der Asphaltstraße. Viele übersieht man auch schnell bei den höheren Geschwindigkeiten. Hinzu kommt das dichte Buschwerk und oft reichlich vorhandene Wasser, die das Sichten von Tieren zu einer echten Herausforderung machen. Schnell fühlt ihr euch wie auf einer Safari in alten Zeiten, bei der die Begegnung mit Wildtieren keinesfalls garantiert ist, aber zumindest das Erlebnis in der Natur unvergesslich bleibt. Doch es gibt sie, mal mehr, mal weniger, und am besten in eine der drei Kernzonen für die Tierwelt:
Unsere Lieblingstouren in der Sambesi Region:
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Mahango Core Area
Noch westlich des Cubango und im Grenzbereich zu Botsuana liegt die Mahango Core Area des Bwabwata Nationalparks und lädt verführerisch zu einem Safari-Besuch ein. Elefanten- und Büffelherden durchstreifen das Busch- und Grasland des Naturreservates. Flusspferde und Nilkrokodile kontrollieren die Ufer und Gewässer dieses Abschnittes des Okavango-Feuchtgebietes. Schöne Phoenix-Palmen und große Baobab-Bäume dekorieren die Wegesränder für Giraffen und Zebras, Löwen, Leoparden und Hyänen. Und mit einem bisschen Glück sieht man hier ebenfalls die illustren Rappen-, Pferde- und Leierantilopen durch die Wälder flanieren.

Der Weg führt von der B8 bei Divundu auf die C48/D3403, geht vorbei an den Popa Falls (die zwar wie „Wasserfälle“ klingen aber Stromschnellen sind) und führt in Richtung Grenzübergang zu Botswana. Grenzzäune zwischen den beiden Ländern gibt es hier allerdings keine, damit das Wild frei wandern kann.
Viele Wege rechts und links von der Hauptstraße gibt es in der Mahango Core Area nicht. Wer mit einem zweiradangetriebenen Fahrzeug unterwegs ist, kann neben der Transitroute bequem den Scenic Loop Drive erkunden. Er führt Richtung Cubangofluss, folgt ihm dann für einige Kilometer, fährt dabei an einem Aussichtspunkt und am Picknickplatz Kwetche vorbei und endet schließlich wieder auf der Hauptstraße. Mit einem Allradantrieb könnt ihr weitere Strecken im westlichen Teil des Parks fahren, darunter auch der 20 km lange Circular Drive Loop, der in der Regel gute Tierbeobachtungen bietet.
Buffalo Core Area
Wenn es in der Mahango Core Area schon ruhig zugeht, dann ist in der Buffalo Core Area fast gar nichts los. Die Gegend ist nicht so bekannt und daher immer noch eine Art „Geheimtipp“ für Safari-Freunde. Auf der Ostseite des Cubangoflusses gelegen, erfolgt die Anfahrt ebenso über die B8. Aus Divundu kommend trefft ihr rund 12 km hinter der Cubangobrücke auf das Hinweisschild "Buffalo Core Area" und biegt dort rechts ab. Die Bauten einer alten Militärstation enthüllen die Geschichte dieser Region. Die Basis diente den Südafrikanern während ihrer Mandatszeit in Namibia als Stützpunkt in ihrem Kampf gegen die Freiheitsbewegung. Heute bietet sie eine faszinierende Kulisse für durchstreifendes Wild.

Auf eigene Faust hier herumzufahren, geht gut. Nur ist es stellenweise sehr sandig und in der Regenzeit matschig, breiig und aufgewühlt. Mit einem 4x4-Fahrzeug seid ihr da auf der sicheren Seite. Der größte Teil des Weges folgt dem Cubango. Schnell wird der Kontrast zum Etosha Nationalpark deutlich: Ihr seht eine beeindruckende Flusslandschaft und wunderschöne Überschwemmungsgebiete. Krokodile und Nilpferde leben in den Gewässern, Wasservögel lieben die Feuchtgebiet-Bedingungen, große Elefantenherden kommen zum Trinken und Baden her und Büffel grasen friedlich in den Auen. Eine weitere Besonderheit sind die vielen Pferde- und Rappenantilopen, die man sonst eher als Trophäentiere auf irgendwelchen privaten Zuchtfarmen sieht.
Kwando Core Area
Während die Mahango und Buffalo Core Area dicht beieinander im Westen des Bwabwata Nationalparks liegen, befindet sich die Kwando Core Area auf der östlichen Seite. Von den drei Kernzonen ist die Kwando-Zone mit ca. 1280 km² die größte. Allerdings solltet ihr hier die Hauptdurchfahrtsstraße nur dann verlassen, wenn ihr mit einem 4x4-Fahrzeug unterwegs seid. Es gibt viele sandige Passagen hier, die das Fahren auch in der Trockenzeit nicht immer einfach machen. Das erhöht natürlich den Abenteuerwert eurer Tour. Und schließlich gibt es auch hier viel Wildlife zu sehen. Zumindest wenn ihr nicht gerade einen dieser unglücklichen Tage erwischt, an dem die Tiere im tiefsten Busch ihren Ruhetag haben.
Ein echtes Highlight in dieser Region ist die Fahrt entlang des Kwando-Flusses in südliche Richtung zum „Horseshoe“ (Hufeisen), der nicht mehr so sehr ein Geheimtipp ist. Von oben erinnert es tatsächlich an einen Pferdehuf. Auf dem Weg dorthin lohnt sich ein Stopp auf den Hügeln, wo einst das Fort Doppies stand – kein echtes Fort, sondern eine einfache Militärbasis während des Angola-Krieges. Von hier habt ihr eine herrliche Aussicht auf die Überschwemmungsgebiete um euch herum.

In dieser Region sind Sitatunga-, Riedbock- und Letschwe-Antilopen häufige Gäste. Auch Pferde- und Rappenantilopen, Wasserböcke, Kudus, Impalas, Giraffen und Gnus lassen sich gerne mal blicken. Flusspferde besuchen die Camps der Umgebung. Löwen, Leoparden, Geparden, Afrikanische Wildhunde und Hyänen sorgen für zusätzliche Spannung. Aber vor allem sind es die Massen von Elefanten, die der Trockenheit anderer Gebiete entfliehen und auf ihren Wanderungen am „Horseshoe“ gerne mal Zwischenstation machen. Dann verwandeln sie die Lagune in ein riesiges Freibad. Nutzung exklusiv, selbstverständlich.
Tourismus im Bwabwata Nationalpark
Der Bwabwata Nationalpark ist längst nicht so touristisch wie andere Sehenswürdigkeiten Namibias. Er liegt etwas abseits der typischen Touristenpfade. Hier lassen sich meist nur die Reisenden blicken, die auf dem Weg nach Botswana ins Okavango Delta oder zum Chobe Nationalpark mit einem Abstecher zu den Victoria Falls unterwegs sind.
Wo kann man im Bwabwata Nationalpark übernachten? Unterkünfte
Im Umfeld des Nationalparks gibt es ein paar großartige Lodge-Optionen. In der Nähe des „Horseshoe“ in der Kwando-Zone sind zum Beispiel die hervorragende Nambwa-Tented Lodge und die Kazile Island Lodge. Auf der westlichen Seite gibt es unter anderen die Riverdance Lodge, die Divava Okavango Lodge oder die Shametu Lodge & Campsites. Wer die Preise hier nicht zahlen mag oder ohnehin im Campingmodus unterwegs ist, findet ebenfalls genügend Alternativen. Zum Teil gleich bei den genannten Unterkünften. Die meisten von ihnen bieten Optionen wie Wild-Safaris, Buschwanderungen, Bootstouren oder den Besuch eines Lebenden Museums der Khwes.

Wann ist die beste Reisezeit für den Bwabwata Nationalpark?
Reisen könnt ihr hier das ganze Jahr über. Heiß und feucht ist es allerdings während der Regenzeit, die vor allem zwischen Januar und März dominiert. Trockener und kühler ist es dagegen in den heimischen Wintermonaten. Dennoch gibt es auch dann noch sehr viele warme Sonnenstunden. In dieser Zeit verdörren viele Wasserquellen und die Tierwelt rückt näher zusammen. Daher gelten die Monate von Mai bis Oktober als besonders gut für Tierbeobachtungen im Bwabwata Nationalpark.
Wer in dieser Region Urlaub macht, sollte sich unbedingt zum Thema Malaria-Prophylaxe informieren und beraten lassen. Gerade in der Regenzeit ist ein angemessener Schutz sehr wichtig.

Fazit
Auf die Frage: „Lohnt sich ein Besuch im Bwabwata Nationalpark“, kann ich nur sagen: „Ja.“
Es ist diese Abgeschiedenheit, der Kontrast zu den Wüstenlandschaften Namibias, der Verzicht auf Zäune, die Möglichkeit zur Begegnung mit ungewöhnlichen Tieren wie Sitatunga- oder Letschwe-Antilopen, die Mengen von Elefanten, die plötzlich aus dem Busch hervorspringen, und die mutige Konzeption, innerhalb eines Nationalparks einen Rahmen für die nicht immer einfache Koexistenz von Mensch und Tier zu schaffen. Noch dazu ist das Gebiet nicht immer einfach zu erkunden und damit eine echte Herausforderung für Abenteuer suchende Safari-Freunde.
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