Namibia ist nicht leicht in Worte zu fassen: Voller Gegensätze, aber doch zutiefst afrikanisch, gibt es in dem Land viel zu erleben. Ob auf einer Selbstfahrertour, einer geführten Campingreise oder einer geführten Lodge Tour – dich erwartet ein Land wie kein anderes. Bei solch einem facettenreichen Land fragst du dich vielleicht, wo sich ein Besuch in Namibia lohnt. Aber wieso nicht alles auf einmal erleben? In diesem Blog erzählen wir dir mehr über Namibias Küste, „bayerische“ Städte mitten in der Wüste, den zweitgrößten Canyon der Welt und die kuriose Geschichte des Sambesi Zipfels.

1. Skeleton Coast: Das Ende der Welt ist mit Walskeletten gespickt
Die Skelettküste erstreckt sich über 500 Kilometer von Swakopmund bis zur Grenze Angolas und ist pure, unberührte Wildnis. Da hier der eiskalte Benguela Strom auf die heiße Wüste trifft, ist die Küste häufig in einen dichten Nebel gehüllt. Das schafft tückische Bedingungen und hat in der Vergangenheit einigen Schiffen Unglück gebracht. Es wird geschätzt, dass über 1000 Schiff-„Skelette“ an der Skeleton Coast zu finden sind.

Ihren Namen hat die Skelettküste jedoch höchstwahrscheinlich von den vielen gestrandeten südlichen Glattwalen, deren Knochen an der Küste verteilt sind. Die im Nordosten Namibias lebenden Ovahimba bauen ihre Hütten aus Walknochen. Doch nicht nur wegen der mystischen Aura lohnt sich ein Besuch der Skeleton Coast. Hier gibt es auch faszinierende Tiere, die sich an die rauen Bedingungen angepasst haben: An der Skeleton Coast leben Wüstenlöwen und sogar Wüstenelefanten sind manchmal an der Küste zu sehen. Außerdem gibt es an der Skelettküste über elf verschiedene Arten von Haien.

Der Auftrieb des Benguela Stroms bietet hervorragende Bedingungen zum Surfen oder Angeln. Wenn du dich nicht sonderlich für Wassersportaktivitäten interessierst, lohnt sich ein Besuch, um die atemberaubende Landschaft dieses magischen Ortes genießen, der auch als „das Ende der Welt“ bezeichnet wird.
Warum sich ein Besuch lohnt: Unternimm einen Rundflug über die Skeleton Coast! Vielleicht entdeckst du aus der Luft sogar einige Wüstenlöwen oder Elefanten.
2. Lüderitz: Erfahre mehr über Namibias Kolonialzeit und erkunde die Geisterstadt Kolmanskop
Lüderitz ist eine kleine Hafenstadt im Süden Namibias, wo sich ein Besuch vor allem für diejenigen lohnt, die sich für die Geschichte des Landes interessieren. Die Stadt war die erste deutsche Enklave in „Südwestafrika“. Benannt ist sie nach ihrem Gründer Franz Adolf Eduard Lüderitz, einem Kaufmann aus Bremen. Lüderitz fühlt sich an wie eine bayerische Stadt, die auf dem afrikanischen Kontinent verloren gegangen ist. Bis heute findet man hier alte Häuser aus der deutschen Kolonialzeit, erbaut im Stil der Gründerzeit.

Ein Besuch lohnt sich allein deswegen, weil du dich hier kritisch mit dem deutschen Kolonialismus in Namibia auseinandersetzen kannst. Das wichtigste Gebäude in Lüderitz und ein nationales Denkmal ist die Deutsche Afrika Bank, erbaut im Jahr 1907. Auch ein Besuch im Township von Lüderitz ist lohnenswert. Nach der deutschen Kolonialherrschaft war Namibia bis 1990 unter südafrikanischer Regierung, und Überbleibsel des südafrikanischen Apartheidregimes gibt es hier noch bis heute zu sehen.
Ganz in der Nähe liegt die Geisterstadt Kolmanskop, die ursprünglich eine Bergbaustadt für den Diamantenabbau war. Die Siedlung wurde aufgegeben als es nicht mehr profitabel genug war, in dieser Region Diamanten abzubauen, und die Diamantenförderung weiter in den Süden bis nach Südafrika verlagert wurde. Über die Jahre kam die Wüste zurück und heutzutage werden die leeren Häuser der einst sehr wohlhabenden Siedlung von der Natur bewohnt. Die meterhoch mit Sand gefüllten Ruinen sind ein wunderschöner und sehr bizarrer Anblick.

Wo sich ein Besuch lohnt: Halte in der Gegend um Garub Ausschau nach Wildpferden. Bis heute weiß niemand genau, woher diese Pferde kommen.
3. Fish River Canyon: Erlebe den zweitgrößten Canyon der Welt
Der Fish River Canyon ist der größte Canyon in Afrika und nach dem Grand Canyon in Arizona, USA, der zweitgrößte Canyon der Welt. Er erstreckt sich von Sesriem über 180 Kilometer bis hinunter zum Orange River. Die mächtige Schlucht im Süden Namibias wurde vom Fish River geformt, in einem Prozess, der vor über 500 Millionen Jahren begann.

Erlebe die immense Größe des Canyons und die wilde Schönheit der zerklüfteten Felsen von einem der vielen Aussichtspunkte aus. Wenn du dieses geologische Wunder noch näher erleben möchtest, lohnt es sich, den berühmten Fish River Canyon Hiking Trail in deine Namibia Reise einzuplanen. Allerdings ist diese Mehrtageswanderung saisonabhängig und selbst für geübte Wanderer eine echte Herausforderung. Wenn du nicht die vollen 85 km wandern möchtest, gibt es noch genug kürzere und einfachere Wanderungen, die du am Fish River Canyon unternehmen kannst.
Ein Besuch des Fish River Canyons lohnt sich auch für die heißen Quellen von /Ai-/Ais, dort sprudelt 60°C warmes Wasser direkt aus dem Boden. In dem Resort an /Ai-/Ais kannst du sogar in dem Heilwasser baden.
Wo sich ein Besuch lohnt: Das skurrile Canyon Roadhouse ist ein Muss, selbst wenn du dort nicht übernachtest.
4. Swakopmund: Erlebe Abenteuer an der Küste
Wenn du Abenteuer in deine Namibia Reise integrieren möchtest, lohnt sich ein Besuch in Swakopmund. „Swakop“ ist Namibias größte Küstenstadt. Ähnlich wie Lüderitz an der Südküste, kann sich Swakopmund wie ein deutscher Ferienort an der Nordsee anfühlen. Die Geschichte der Stadt ist in der Architektur alter deutscher Kolonialbauten bis heute sichtbar. Dennoch ist die Stadt durch und durch namibisch, und gerade diese Mehrdimensionalität macht sie so interessant. Wenn du nach einem aufregenden Ort suchst, an dem du andere Reisende treffen und alle möglichen Aktivitäten unternehmen kannst, solltest du einen Besuch der Küstenstadt in deine Reise einplanen. Swakopmund ist auch ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Skeleton Coast.

Der Dünengürtel hinter Swakopmund bietet abenteuerlustigen Reisenden eine große Auswahl an Outdoor-Aktivitäten: Erlebe Paragliding, Quad Safaris, Sandboarding, Fallschirmspringen, Surfen oder Angeln. Oder wie wäre es mit einem Rundflug über die Wüste und einem Tagesausflug zur Robbenkolonie am Cape Cross? Lass dir auch nicht die fangfrischen Meeresfrüchte entgehen!
Wo sich ein Besuch lohnt: Das Organic Square Guesthouse ist ein modernes Gästehaus, nur fünf Gehminuten vom Strand entfernt.
5. Ein Meer aus Sand und seine höchste Düne: Sossusvlei und „Big Daddy”
Der Sossusvlei ist eine große, weite Tonpfanne im Namib-Naukluft Nationalpark, einem der größten Naturschutzgebiete Afrikas. Es liegt zwischen den monumentalen roten Dünen des Namib-Naukluft Nationalparks in der zentralen Namib-Wüste. Wo sich ein Besuch im Sossusvlei besonders lohnt? Bei der „Big Daddy“ Düne. Diese prächtige Sanddüne ist mit stolzen 325 m die höchste Düne in der Region. Eine Wanderung auf die Spitze lohnt sich, von der Big Daddy Düne hast du einen atemberaubenden Blick auf das umliegende Meer aus Sand. Auch der Abstieg vom Gipfel macht Spaß, du kannst die hohe Düne hinunterrennen, springen und kullern. Unten angekommen befindest du dich im Deadvlei, die ikonische Tonpfanne mit den abgestorbenen Bäumen.

Das Deadvlei sah bis vor etwa 900 Jahren noch so aus wie das Sossusvlei, bevor das Klima viel trockener wurde und Dünen den Wasserzugang abschnitten. Vielleicht hast du die ikonische Landschaft schon auf Bildern gesehen: Der blaue Himmel steht im starken Kontrast zu orangefarbenen Dünen, zwischen denen aus dem weißen Grund abgestorbene, nahezu rabenschwarze Baumstämme herausragen. Dank des trockenen Klimas sind die um die 900 Jahre alten Bäume bis heute nicht verrottet.

Um Menschenmassen und vor allem die brennende Mittagssonne zu vermeiden, solltest du versuchen, so früh wie möglich im Sossusvlei zu sein. Trage geschlossene Schuhe und denke daran, genügend Wasser für deine kleine Wanderung mitzunehmen.
Wann sich ein Besuch lohnt: Je früher, desto besser! Erlebe den Sonnenaufgang über den Dünen und erklimme die Big Daddy Düne vor der sengenden Mittagshitze.
6. Etosha Nationalpark: Wo sich ein Besuch lohnt für ein abenteuerliches Safari Erlebnis
Viele Namibia Reisende haben dieselbe Antwort auf die Frage, wo sich ein Besuch in Namibia lohnt: im Etosha Nationalpark . Etosha ist Oshindonga und bedeutet übersetzt so viel wie „großer weißer Platz“. Der Name verweist auf die riesige Salzpfanne, die fast ein Viertel des Nationalparks bedeckt und sogar aus dem Weltall zu sehen ist. Die Kulisse ist so magisch, dass Stanley Kubrick hier Teile des Films „2001: Odyssee im Weltraum“ drehte.

Wenn es regnet, sammelt sich Wasser an und verwandelt die Salzpfanne in eine flache Lagune, die Flamingos und Pelikane anzieht. Der Etosha beherbergt eine außergewöhnliche Vielfalt an großen Säugetierarten. Hier findest du das seltene und vom Aussterben bedrohte Spitzmaulnashorn sowie Schwarzgesicht-Impalas. Wilde Tiere sind im Etosha auch relativ leicht zu entdecken, da die Vegetation des Parks eher spärlich ist.
Springböcke und Zebras sowie Oryx-Antilopen, Kudus, Giraffen und Gnus werden im Etosha Nationalpark häufig gesichtet. Wenn du Löwen erleben möchtest, lohnt sich ein Besuch des Parks, es ist das Raubtier, was hier am häufigsten gehört und gesehen wird. Während der Trockenzeit versammeln sich die Tiere an den Wasserlöchern, kein Wunder also, dass die Frage, wo sich ein Besuch in Namibia lohnt, oft einstimmig mit „Etosha“ beantwortet wird. Eine Etosha Safari ist eine der spektakulärsten Weisen, Tiere im südlichen Afrika zu erleben. Erlebe den Etosha Nationalpark am besten auf einer geführten Safari zusammen mit einem erfahrenen Guide.

Wo sich ein Besuch lohnt: Ganz in der Nähe des Okaukuejo Camps im Etosha befindet sich ein Wasserloch, das nachts beleuchtet ist und somit großartige Möglichkeiten für Tierbeobachtungen und Fotos bietet. Nachts sind hier häufig Spitzmaulnashörner anzutreffen.
7. Die Zambezi Region: Erlebe Namibia abseits der ausgetretenen Pfade
Der Sambesi Region früher auch bekannt als Caprivi Streifen, ist im äußersten Nordosten des Landes gelegen. Wenn du dich fragst, wo sich ein Besuch in Namibia lohnt und du mehr als nur die Top 10 der beliebtesten Namibia Highlights erleben möchtest, ist diese Region genau das Richtige für dich. Wenn du dir das Land auf einer Karte ansiehst, ist die Region Zambezi das eigenartige Rechteck im Norden Namibias, das aussieht, als wäre es an den Rest des Landes angeklebt worden. Deutsche Siedler erwarben dieses Stück Land Ende des 19. Jahrhunderts in der Hoffnung, dass es ihnen über den Zambezi Fluss Zugang zu Ostafrika geben würde. Doch die Deutschen hatten die eindrucksvollen Viktoriafälle vergessen, die das Erreichen des Zambezi unmöglich machen. Heutzutage ist Zambezi die einzige Region, die an vier andere Länder grenzt: Simbabwe, Sambia, Botswana und Angola

Ein Besuch in der Zambezi Region lohnt sich, da du hier eine weitere Facette Namibias erleben kannst: Anders als im Rest des Landes, das sehr trocken und eher spärlich besiedelt ist, ist diese Region Namibias tropisch und üppig grün. Man fühlt sich fast als wäre man schon in Ostafrika, mit den vielen typischen kleinen Dörfern.

Wenn du in der Zambezi Gegend bist, lohnt sich ein Besuch des Mahango Game Reserve im Bwabwata Nationalpark. Dieser Nationalpark ist ein wunderschönes kleines Juwel abseits der ausgetretenen Pfade und ein schöner Ort, um Tiere abseits der Massen zu beobachten. Erlebe den unberührten Busch und echte Wildnis.
Wo sich ein Besuch lohnt: In der Riverdance Lodge, einem kleinen Paradies, kannst du in einem Bungalow mit Terrasse übernachten und den atemberaubenden Ausblick über den Fluss genießen.
Die Weite Namibias und seine Komplexität, nicht nur in Bezug auf die Natur, sondern auch hinsichtlich seiner Geschichte, machen das Land zu einem interessanten und abwechslungsreichen Reiseziel. Oft liebevoll auch als eine „einzige große Wüste“ bezeichnet, wird dieser Titel Namibia nicht gerecht. Unser Team von Namibia-Experience hilft dir dabei, deine Namibia Reise zu einem einmaligen Erlebnis zu machen. Wir beraten dich nicht nur, wo sich ein Besuch lohnt, sondern sind auch vor Ort für dich da. Melde dich!
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